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Person

Dr. Alexander Neu

Dr. Alexander S. Neu
VorstandExperteModerator

1969 in Eitorf geboren, studierte Alexander Neu Politikwissenschaft in Bonn und wurde 2004 mit einer vergleichenden Arbeit zur Kriegsberichterstattung über den Zerfall Jugoslawiens promoviert. Schon diese frühe Auseinandersetzung mit der Frage, wie internationale Konflikte beschrieben, gedeutet und eingeordnet werden, prägt seine Arbeit bis heute: Sein Interesse gilt weniger dem schnellen Urteil als den Strukturen, Interessen und Wahrnehmungen, die politisches Handeln bestimmen.

Von 2013 bis 2021 war Neu Mitglied des Deutschen Bundestages. Er arbeitete im Verteidigungs- und im Auswärtigen Ausschuss und gehörte den deutsch-russischen und deutsch-südosteuropäischen Parlamentariergruppen an; in seiner damaligen Fraktion war er Osteuropa-Koordinator. Praktische internationale Erfahrung sammelte er im post-jugoslawischen Raum, wo er in verschiedenen Verwendungen für die OSZE tätig war, sekundiert durch das Auswärtige Amt.

Fachlich hat sich Neu auf Fragen der äußeren und inneren Sicherheit im eurasischen Raum sowie auf geopolitische Analysen spezialisiert; dazu publiziert er in unterschiedlichen Medien. Sein Blick verbindet sicherheitspolitische mit wirtschaftlichen Fragestellungen: Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung, so sein Ausgangspunkt, setzen ein verlässliches Umfeld voraus. Wer die Lage eines Landes einschätzen will, muss deshalb dessen geopolitische Einbindung, sein politisches System, das Ausmaß von organisierter Kriminalität und Korruption sowie den Umfang ausländischer Investitionen im Zusammenhang betrachten.

In die Arbeit der Eurasien Gesellschaft bringt Neu diese doppelte Perspektive ein: die Verbindung von Sicherheitsanalyse und wirtschaftlicher Einordnung. Als stellvertretender Vorsitzender wirkt er zugleich als Experte und Moderator an Analysen, Beiträgen und Veranstaltungen mit.

Sein Beitrag steht für einen Zugang, der die Eurasien Gesellschaft insgesamt prägt: Entwicklungen im eurasischen Raum nüchtern zu analysieren, unterschiedliche Perspektiven nebeneinanderzustellen und Gesprächskanäle offenzuhalten, gerade dort, wo politische Positionen weit auseinanderliegen. Fragen der Sicherheit, der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und der internationalen Ordnung gehören für ihn zusammen und lassen sich nur im Zusammenhang beurteilen.




Publikationen

Veröffentlichungen & Analysen

2020Analyse

»Weniger Westen«, mehr Rüstung? Zur Münchner Sicherheitskonferenz

WeltTrends 162

Analyse der Münchner Sicherheitskonferenz 2020, die unter dem Leitbegriff »Westlessness« (»weniger Westen«) stand. Neu diskutiert die Sorge westlicher Eliten vor einem Ende der jahrhundertelangen westlichen Vormachtstellung und ordnet die zugrunde liegenden Entwicklungstendenzen ein. (Zeitschriftenbeitrag.)

2016Analyse

Weißbuch 2016: Alter Wein in neuen Schläuchen?

WeltTrends 120

Kritische Auseinandersetzung mit dem 2016 vorgelegten Weißbuch der Bundesregierung, dem zentralen sicherheits- und militärpolitischen Grundlagendokument. Neu fragt, was sich seit dem letzten Weißbuch (2006) verändert hat und ob die Neuauflage tatsächlich neue Antworten gibt. (Zeitschriftenbeitrag.)

2012Buchbeitrag

Hegemonie, Multipolarität oder Nicht-Polarität im 21. Jahrhundert? Über Interessen, Gewalt und Völkerrecht

in: E. Crome (Hrsg.), Die UNO und das Völkerrecht … · WeltTrends · Potsdam · ISBN 978-3-941880-66-5

Buchbeitrag in dem von Erhard Crome herausgegebenen Sammelband zur Rolle von UNO und Völkerrecht. Neu fragt, ob das 21. Jahrhundert von Hegemonie, Multipolarität oder Nicht-Polarität geprägt sein wird, und untersucht das Zusammenspiel von Interessen, Gewalt und Völkerrecht in der internationalen Ordnung. (Beitrag in einem Sammelband.)

2004Dissertation

Die Jugoslawien-Kriegsberichterstattung der Times und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ein Vergleich

Nomos · Baden-Baden · ISBN 978-3-8329-0797-6

Neus Dissertation, eine vergleichende medienwissenschaftliche Untersuchung der Berichterstattung über die Jugoslawien-Kriege in der britischen »Times« und der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. Sie analysiert, wie beide Zeitungen den Konflikt darstellten, und arbeitet Unterschiede in Deutung, Quellenwahl und Gewichtung heraus.

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